Reptilien und Amphibien: Haltung nicht verbieten sondern regeln

 

Die meisten Reptilienhalter seien engagiert und wüssten gut über die Bedürfnisse ihrer Schützlinge bescheid. Doch die rund 300 Tierärzte, die in der Arbeitsgemeinschaft für Amphibien- und Reptilienkrankheiten (AG ARK) der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) organisiert sind, gehen in einer Stellungnahme auch detailliert auf die Probleme ein.


Um Spontankäufen von unkundigem Haltern einen Riegel vorzuschieben, wünschen die Kollegen zum Beispiel einem Sachkundenachweis zur Haltung von Amphibien und Reptilien. Der müsse bei giftigen oder potenziell gefährlichen Tieren sogar verpflichtend sein. Die Haltung solcher Reptilien sollte das Veterinäramt genehmigen und die Halter wären zu registrieren. Ein generelles Verbot der Haltung giftiger Tiere halten sie dagegen für wenig sinnvoll: „Dies drängt die Halter nur in die unkontrollierbare Illegalität.“


Verbessert werden sollten auch Beratung und Betreuung der Tiere im Zoofachhandel und besonders auf Börsen. Sie fordern die Sachkunde von mindestens zwei Verkäufern pro Geschäft (statt jetzt einem) und die verpflichtende Betreuung von Exoten einem darin erfahrenden Tierarzt. Die Zahl der importierten Wildfänge soll, wo möglich, reduziert werden, da die Transporte nicht immer optimal ablaufen und bei einigen Arten wie bei den kleinen Echsen die Verluste relativ hoch sind. Müssten Wildfänge teurer verkauft werde als die meist gesünderen Nachzuchten, könnte das die Nachzucht fördern und den Raubbau in Heimatländern zugleich unattraktiv machen. Die Tierärzte begrüßen auch nachhaltige Farm- und Ranching- Projekte in den Heimatländern. Sie geben den Menschen dort eine Lebensgrundlage und helfen, den Natur- und Habitatschutz in den Ursprungsländern zu verbessern. So könnte die Haltung von Exoten sogar zur Arterhaltung beitragen. Wichtig sei, das Regeln bundesweit gelten und nicht von Bundesland zu Bundesland variiert.


 

Seitenaufbau: 0.22 Sekunden
216,790 eindeutige Besuche