Große Schnauze , tiefer Ton

Der gemeine Hund produziert einen Laut auf zwei Wegen. Ausgeatmete Luft presst er durch die Stimmbänder. Die öffnen und schließen sich dabei in einer bestimmten Frequenz. Diese Fundamentalfrequenz ist wiederum abhängig von der Stimmbandlänge, - masse und Spannung .

Also: großer Hund, große Stimmbänder? Nicht ganz. Stimmbänder entwickeln sich relativ unabhängig von der Körpergröße. Bei den vielfältigen Hunderassen gibt es zwar einen gewissen, aber nicht übermäßig bedeutenden Zusammenhang. Gequetschte Luft allein macht noch keinen Ton  auch kein Knurren. Das Geräusch muss wie einer Gitarre in einem Resonanzraum verstärkt werden: in Rachen, Mund  und Nasenhöhle. Das passt: großer Hund, großes Maul, großer Resonanzraum. Die in diesem Vokaltrakt erzeugten Resonanten Töne heißen Formanten.

Körperlich gibt es also einen Zusammenhang von Größe und Knurrton. Dass der Mensch ihn erkennt, beweisen die Briten, indem sie die Fundamental- und die Formantenfrequenz von dreizigfachen Hundeknurren via Tontechnik manipulierten und Probanden noch mal lauschen ließen. Das überraschende(?) Ergebnis:

Egal wie mickrig der Knurrer wirklich war veränderten sie die Formantenfrequenz so, wie sie nur eine größere Schnauze hervorbringen kann, hieß es auch großer Hund.

Das Dumme ist nur: Auch Hunde können vermutlich durch Absenken des Kehlkopfapparates die Länge ihres Vokaltraktes verändern - und damit auch ihre Knurrfrequenz. Nur ob das bewusst geschieht, muss noch erforscht werden. Ob hinter der Tür nun ein britischer Forscher lauert oder ein cleverer Terrier, der sein Knurren manipuliert ganz genau weiß man es wohl am Ende doch erst, wenn sie sich öffnet.

 

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